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Corona und die Maklerbranche

Was bedeutet die Situation für die Branche?

Homeoffice, kontaktloses Makeln und mehr

Langsam verlagert sich der Fokus der Berichte auf die mittelfristige Entwicklung der aktuellen Situation. Immer mehr Artikel befassen sich mit verschiedenen Szenarien der Verläufe von Infektionsraten und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft. Die folgenden Zeilen versuchen, aus den aktuellen Informationen eine mögliche Entwicklung für die Maklerbranche abzuleiten.

Zunächst gibt es eine gute Nachricht: Immobilienverkäufe werden grundsätzlich nur verschoben und können „nachgeholt“ werden. Im Gegensatz zum produzierenden Gewerbe und zur Gastronomie steht zwar jetzt vieles still, aber wenn eine Immobilie den Besitzer wechseln muss, wird das halt später geschehen. Aus diesem Grund entscheiden die Kapazitäten für eine parallele Bearbeitung vieler Transaktionen nach den Ausgangsbeschränkungen mit über den wirtschaftlichen Erfolg in diesem Jahr.

Der zweite Faktor ist die Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt. Dieser wird stark mit den wirtschaftlichen Folgen der derzeitigen Situation zusammenhängen. Letztlich geht es um Angebot und Nachfrage. Beide können sich unterschiedlich entwickeln. Um die Auswirkungen zu verstehen, macht es Sinn, zunächst die Extrempunkte zu betrachten. Danach macht es Sinn, die wahrscheinlichste Entwicklung zu analysieren.

Das erste Szenario geht von stark steigenden Infizierungen und einer hohen Sterblichkeit aus. Dabei werden viele Personen infiziert, aber auch schnell wieder gesund. Dieses Szenario würde derzeit bedeuten, dass es im April, Mai und Juni zu sehr hohen Krankenständen und auch vielen Todesfällen kommt und die Produktion ausfällt. Ab Juli sind viele Menschen immun gegen das Virus und die Produktion läuft wieder an. Der Alltag normalisiert sich relativ schnell. Auf dem Immobilienmarkt wird es zu einem erhöhten Angebot kommen, da bis zu 700.000 Todesfälle (vgl. Spiegel.de: Berechnungen zum Lockdown von Holger Bambeck vom 20.03.2020) einen merklichen Effekt haben würden. Es gibt erste Berichte zu erhöhten Scheidungsraten in China. (vgl. globaltimes.cn: Chinese city experiencing a divorce peak as a repercussion of COVID-19) Wirklich beurteilen kann das derzeit niemand, es hätte aber auch einen Einfluss auf das Angebot. Zuletzt werden Menschen in wirtschaftliche Schieflage geraten und Ihre Kredite nicht mehr bedienen können. Hier wird entscheidend sein, wie der Staat reagiert. Werden Kredite und Stundungen gewährt und Zwangsversteigerungen ausgesetzt, verzögert sich der Effekt. Ohne Reaktion des Staates erhöht sich das Angebot auch mittelfristig stark.

Die Nachfrage würde sicher etwas sinken, da viele Freiberufler und Unternehmer mit schweren Verlusten zu kämpfen haben. Auch haben viele Menschen Geld an der Börse investiert und verfügen nicht mehr über so viel Eigenkapital. Letztlich wird der Preis aber nicht ins Bodenlose fallen, da die Nachfrage noch immer vorhanden sein wird. Die Menschen können sicher planen und die Wirtschaft wird sich rasch erholen.

Kombiniert man die Nachfrage- und Angebotskurve, kann in diesem Extremfall mit fallenden Immobilienpreisen bei steigenden Umsätzen gerechnet werden. Das große Angebot und die spezielle Situation werden viele Eigentümer dazu bewegen, einen Profi zu beauftragen. Letztlich wird die Branche von dieser Entwicklung profitieren.

Das zweite Szenario geht von einer Eindämmung des Virus aus. Die Fallzahlen können konstant so gering gehalten werden, dass die Kapazitäten der Intensivmedizin ausreichen. Die Todesfälle können auf 50.000 begrenzt werden. Allerdings liegt das öffentliche Leben für ca. 1 Jahr fast vollständig lahm. Diese lange Frist würde viele Betriebe überfordern. Es kommt zu Insolvenzen und zu massiven Mietausfällen. Durch die Kurzarbeit werden Familien ihre Kredite nicht weiter bedienen können. Wie sich das Angebot hier entwickelt, hängt ausschließlich von den staatlichen Maßnahmen ab.

MaklerWerft - Ihr Beratungsunternehmen für Webseiten und Digitalisierung

Ohne Intervention des Staates würden innerhalb kürzester Zeit viele Immobilien in die Zwangsversteigerung gehen. Alleine dieser Effekt würde den Immobilienmarkt kollabieren lassen und damit die Banken auch in eine Zwangslage bringen. Gelingt es, diese Entwicklung zu verhindern, hat die Sterblichkeit nur einen geringen Effekt auf das Angebot. Welche Auswirkungen 1 Jahr ohne öffentliches Leben auf die Scheidungsrate hat, ist bis jetzt nicht untersucht worden, daher lassen wir den Faktor einfach bei den Nachholeffekten. Alleine dieser wird das Angebot steigen lassen.

Die Nachfrage wird nach einem Jahr mit harten Einschnitten nicht gut sein. Viele Menschen mussten Ihre Ersparnisse angehen, haben Verluste an der Börse gemacht oder ihren Job verloren.

Legt man diese beiden Kurven übereinander, kann zunächst mit leicht fallenden Preisen bei wenig Umsatz gerechnet werden. Die Eigentümer werden nicht bereit sein, von den hohen Preisvorstellungen der letzten Jahre abzulassen. Die Käufer werden das Geld jedoch nicht haben. Wie es dann weitergeht, hängt von den staatlichen Maßnahmen ab. Erholt sich die Wirtschaft schnell und gibt es nur wenige Zwangsversteigerungen, werden sich die Preise wohl lange seitwärts bewegen. Gelingt dies nicht, werden die Preise mittelfristig fallen. Die Umsätze werden erst dann steigen, wenn ein Niveau erreicht ist, bei dem viele Käufer mit sicherem Einkommen wieder einsteigen können.

Beide Szenarien sind die Extrempunkte der Entwicklung. Das wahrscheinlichste Szenario wird wohl in der Mitte liegen. Viel entscheidet sich in den nächsten Wochen. Wenn die Infektionsraten wieder niedriger werden, könnten die Maßnahmen gelockert werden. Hier ist entscheidend, wie viel Produktion und öffentliches Leben möglich ist, ohne eine weitere Welle zu riskieren. Auch würden ein Impfstoff oder wirksame Medikamente die Situation schnell auflösen.

In keinem Szenario kann von steigenden Preisen ausgegangen werden. Fraglich ist, wie weit die Preise fallen werden und wie sich die Umsätze entwickeln. Aus Sicht der Maklerbranche ist gerade die Frage der Umsätze entscheidend. Die Nachholeffekte sind jetzt schon sicher. Auch eine Abkühlung der überhitzten Nachfrage kann ebenfalls als sehr wahrscheinlich angenommen werden. Eine Korrektur der Preise um 20 bis 30% erscheint möglich, wäre für die Unternehmen der Branche aber nicht existenzbedrohend.

Das Team der MaklerWerft - Lars Loppe

Lars Loppe

– Geschäftsführer –

Wer es jetzt schafft, mit seinen Eigentümern und Interessenten in Kontakt zu bleiben, wird sich sehr schnell ein Bild machen können, welche Entwicklung die Situation für ihn nehmen wird. Kurzarbeit ist sicher für Teile der Belegschaft eine Option, allerdings sollte die Zeit genutzt werden, das Unternehmen für die Nachholeffekte vorzubereiten.

Hier gilt es, möglichst viele Informationen von Eigentümern bereits im Vorfeld digital zu erhalten, Besichtigungen auch virtuell durchführen und Informationen von Interessenten schnell aktualisieren zu können.

Denn wer diese Prozesse digital im Griff hat, ist in der Lage, auch schnell zu reagieren, wenn die Situation sich verändert.

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